Screening auf diabetische Augenerkrankungen (German)
Aktualisiert 3 Juni 2026
Applies to England
Der NHS empfiehlt ein Screening auf diabetische Augenerkrankungen.
Zweck der Vorsorgeuntersuchung
Ein Screening auf diabetische Augenerkrankungen dient dazu, Anzeichen einer diabetischen Retinopathie und anderer durch Diabetes verursachter Augenprobleme zu erkennen und die Gesundheit Ihrer Augen zu kontrollieren, wenn Sie schwanger sind und an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 leiden.
Bei einigen Frauen entwickelt sich in der späteren Schwangerschaft (ab der 28. Woche) ein Schwangerschaftsdiabetes. Schwangerschaftsdiabetes kann durch eine Ernährungsumstellung behandelt werden und klingt in der Regel nach der Geburt des Kindes wieder ab. Wenn Sie Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, wird Ihnen kein Screening auf diabetische Augenerkrankungen angeboten.
Informationen zu dieser Erkrankung
Diabetische Retinopathie entsteht, wenn die kleinen Blutgefäße in der im hinteren Teil des Auges befindlichen Netzhaut durch Diabetes geschädigt werden. Allen Diabetikern wird eine Augenuntersuchung angeboten, aber diese Untersuchung ist besonders wichtig, wenn Sie schwanger sind, da das Risiko für schwerwiegende Augenprobleme dann größer ist.
Die Screening-Untersuchung
Die Untersuchung wird Ihnen bei Ihrem ersten Besuch in der Schwangerschaftsvorsorgeklinik oder kurz danach sowie nach der 28. Schwangerschaftswoche angeboten. Wenn bei der ersten Untersuchung Anzeichen einer Retinopathie im Frühstadium festgestellt werden, wird Ihnen zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche eine weitere Untersuchung angeboten. Wenn bei einer Untersuchung eine signifikante Retinopathie festgestellt wird, werden Sie an einen Augenarzt überwiesen.
Der Screening-Test während der Schwangerschaft entspricht dem routinemäßigen Screening zu allen anderen Zeitpunkten.
Das Screening-Personal wird Ihre Daten und Ihre Sehkraft aufzeichnen. Ihnen werden Tropfen in die Augen geträufelt, um Ihre Pupillen zu erweitern, damit die Netzhaut besser sichtbar wird. Anschließend werden digitale Fotos Ihrer Netzhaut angefertigt.
Wenn die Bilder nicht deutlich genug sind, werden Sie für einen anderen Test an einen Augenarzt überwiesen.
Sicherheit der Untersuchung
Die Aufnahme ist schmerzfrei und die Kamera kommt nicht mit dem Auge in Berührung. Die Augentropfen können einige Sekunden lang brennen und nach der Untersuchung für 2 bis 6 Stunden zu verschwommenem Sehen führen. Bringen Sie alle Ihre üblichen Brillen mit.
Bringen Sie eine Sonnenbrille mit, die Sie auf dem Heimweg tragen können, da Ihnen nach der Untersuchung möglicherweise alles sehr grell erscheint.
Benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder lassen Sie sich nach Hause fahren. Nach der Untersuchung dürfen Sie nicht Auto fahren, da die Augentropfen zu verschwommenem Sehen führen können.
In sehr seltenen Fällen können die Tropfen einen plötzlichen, starken Anstieg des Augeninnendrucks verursachen. Dieser Druckanstieg macht sich u.a. durch folgende Symptome bemerkbar:
- Schmerzen oder starke Beschwerden im Auge
- Rötung des Augenweiß
- beständig verschwommenes Sehen
Wenn Sie nach der Untersuchung eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie sich wieder in die Augenabteilung begeben oder eine Notaufnahme aufsuchen.
Die Entscheidung über das Screening liegt bei Ihnen
Diese Untersuchung wird dringend empfohlen, wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft an Diabetes erkrankt waren.
Das Screening gehört zur Behandlung Ihrer Diabeteserkrankung, und diabetische Retinopathie ist behandelbar, insbesondere wenn sie frühzeitig erkannt wird.
Verzicht auf das Screening
Menschen mit Diabetes können sich entscheiden, Termine zum Augen-Screening nicht wahrzunehmen.
Wenn Sie sich gegen die Untersuchung entscheiden, sollten Sie den Arzt informieren, der Ihre Diabetesbetreuung während der Schwangerschaft übernimmt.
Mögliche Ergebnisse
Wenn Sie am Screening-Test teilnehmen, sind folgende Ergebnisse möglich:
- keine Retinopathie
- erste Anzeichen einer Retinopathie
- schwerwiegendere Retinopathie, die eine Überweisung an einen Spezialisten erfordert
Wenn Ihr Test erste Anzeichen einer Retinopathie zeigt, wird Ihnen Ihre medizinische Fachkraft Ratschläge zur Behandlung Ihres Diabetes während der Schwangerschaft geben. Sie werden dann zu weiteren Vorsorgeuntersuchungen während Ihrer Schwangerschaft eingeladen. Wenn Sie Raucherin sind, holen Sie sich Hilfe, um mit dem Rauchen aufzuhören oder zumindest weniger zu rauchen.
Wenn der Test eine behandlungsbedürftige Retinopathie feststellt, erhalten Sie einen Termin bei einem Augenarzt.
Erhalt der Ergebnisse
Innerhalb von 6 Wochen nach Ihrem Screening-Termin erhalten Sie und Ihr Hausarzt ein Schreiben.
Weitere Informationen und Angaben zu Selbsthilfegruppen finden Sie auf NHS.UK.