Infektionskrankheiten (German)
Aktualisiert 3 Juni 2026
Applies to England
Diese kurze Animation erklärt, warum das Screening auf Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft wichtig ist.
Das Screening auf Infektionskrankheiten wird vom NHS empfohlen.
Zweck der Vorsorgeuntersuchung
Wir bieten Ihnen ein Screening an, um festzustellen, ob Sie an Hepatitis B, HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) oder Syphilis erkrankt sind. Frauen, die mit HIV, Hepatitis B und/oder Syphilis leben, benötigen frühzeitig Termine bei Spezialisten. Dies dient der Planung ihrer Versorgung während der Schwangerschaft.
Frauen, die bereits wissen, dass sie mit HIV leben, Hepatitis B haben oder in der Vergangenheit wegen Syphilis behandelt wurden, wird dennoch empfohlen, sich bei jeder Schwangerschaft testen zu lassen. Bitte informieren Sie Ihre Hebamme oder Ihre medizinische Fachkraft, wenn bei Ihnen bereits eine dieser Infektionen diagnostiziert wurde.
Informationen zu diesen Erkrankungen
Hepatitis B, HIV und Syphilis werden über Blut und Körperflüssigkeiten übertragen. Dies kann durch sexuellen Kontakt oder durch die gemeinsame Nutzung infizierter Nadeln und Utensilien für intravenöse Drogen geschehen. Diese Viren können auch während der Schwangerschaft und/oder Geburt auf das Baby übertragen werden.
Hepatitis B
Das Hepatitis-B-Virus befällt die Leber. Dies kann akute (sofortige) und chronische (langfristige) Gesundheitsproblemen zur Folge haben. Babys, die bei der Geburt oder im ersten Lebensjahr infiziert werden, haben eine Wahrscheinlichkeit von 9 zu 10 (90 %), eine chronische Hepatitis-B-Infektion zu entwickeln. Dies kann zu Erkrankungen wie Leberproblemen und Krebs führen. Das Risiko sinkt deutlich auf etwa 1 von 10 (10 %), wenn das Baby die vollständige Impfserie erhält.
HIV
HIV schwächt das Immunsystem, was die Abwehr von Infektionen erschwert. Unbehandelt kann es während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder durch Stillen auf das Baby übertragen werden. Eine Behandlung während der Schwangerschaft senkt das Risiko einer HIV-Übertragung auf das Baby von 1 zu 4 (25 %) auf weniger als 4 zu 1.000 (0,4 %). Das Baby kann auch bei der Geburt behandelt werden, um das Risiko einer Infektion zu verringern.
Syphilis
Syphilis ist eine Infektion, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Sie kann während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden. Wenn sie während der Schwangerschaft nicht behandelt wird, kann sie zu schwerwiegenden Gesundheits- und Entwicklungsproblemen für das Baby führen. Sie kann auch zu Fehlgeburten oder Totgeburten zur Folge haben. Eine Behandlung während der Schwangerschaft kann das Risiko einer Infektion des Babys verringern.
Die Screening-Untersuchung
Dazu wird Blut aus einer Vene entnommen, in der Regel aus dem Arm.

Entnahme einer Blutprobe
Eine kleine Menge dieses Blutes wird im Labor aufbewahrt. Diese kann für Tests verwendet werden, wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft Anzeichen anderer Infektionen oder Hautausschläge zeigen.
Sicherheit der Untersuchung
Mit der Untersuchung sind keine Risiken verbunden.
Die Entscheidung über das Screening liegt bei Ihnen
Diese Tests werden dringend empfohlen. Sie können Ihre Gesundheit während der Schwangerschaft schützen und ermöglichen eine schnelle Behandlung und Versorgung. Zudem verringern sie das Risiko einer Übertragung der Infektion auf Ihr Baby, Ihren Partner/Ihre Partnerin oder andere Familienmitglieder erheblich.
Verzicht auf das Screening
Wenn Sie sich gegen den Test entscheiden, wird Ihnen später in der Schwangerschaft, idealerweise bis zur 20. Woche, erneut ein Screening angeboten. Sie werden ermutigt, Ihre Bedenken bezüglich des Tests mit einem Mitglied des Teams für Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen oder des Teams für sexuelle Gesundheit zu besprechen.
Wenn Sie sich gegen eine Untersuchung auf Infektionskrankheiten entscheiden, werden wir dies dokumentieren. Der Grund dafür ist, dass NHS England feststellen möchte, wie viele Menschen sich gegen ein Screening entscheiden. Dieses Wissen trägt dazu bei, die Schwangerschaftsausgänge für Mütter und Babys zu verbessern.
Negatives Ergebnis
Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass Sie zum Zeitpunkt der Blutentnahme negativ waren. Sie können sich dennoch weiterhin jederzeit während Ihrer Schwangerschaft infizieren.
Sprechen Sie so schnell wie möglich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Hausarzt, wenn Sie Symptome entwickeln oder wenn Sie glauben, dass Sie einen erneuten Test benötigen.
Sie und Ihr Partner können sich jederzeit testen lassen und haben jederzeit Zugang zu lokalen Diensten für sexuelle Gesundheit. Wir empfehlen eine Wiederholung des Tests, wenn Sie:
- Ihren Sexualpartner/Ihre Sexualpartnerin wechseln
- Ihren Partner/Ihre Partnerin mit anderen Personen sexuell aktiv ist
- einen Partner/eine Partnerin haben, bei dem bzw. bei der eine sexuell übertragbare Infektion diagnostiziert wurde
- Freizeitdrogen injizieren
- Sexarbeiter/in sind
Positives Ergebnis
HIV
Wenn Sie mit HIV leben, können eine Behandlung und fachärztliche Betreuung das Risiko einer Übertragung auf Ihr Baby erheblich verringern. In der Regel wird empfohlen, auf das Stillen zu verzichten. Dies kann jedoch unterstützt werden, wenn Sie eine gute HIV-Behandlung erhalten. Sie sollten dies mit Ihrem Gesundheitspflegeteam besprechen.
Hepatitis B
Wenn Sie mit Hepatitis B leben, ist es wichtig, dass spezialisierte Teams Ihren Gesundheitszustand vor und nach der Geburt überprüfen. Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin, Ihren anderen Kindern und nahen Familienangehörigen wird ebenfalls empfohlen, sich testen und impfen zu lassen.
Ihr Baby kommt bei der Geburt mit Ihrem Blut in Kontakt. Aus diesem Grund könnte das Virus auf Ihr Baby übertragen werden.
Daher ist es sehr wichtig, dass Ihr Baby alle 6 empfohlenen Hepatitis-B-Impfungen zum richtigen Zeitpunkt erhält. Dadurch sinkt das Risiko, dass Ihr Baby an chronischer Hepatitis B erkrankt, von 90 % (9 von 10) auf 10 % (1 von 10). Fragen Sie Ihren Hausarzt, die Praxisschwester oder die Gesundheitsberaterin, wenn eine dieser Impfungen nicht erfolgt. Die Impfungen sollten wie folgt durchgeführt werden:
- innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt
- im Alter von 4 Wochen
- im Alter von 8, 12 und 16 Wochen (Teil des routinemäßigen Impfplans für Kinder)
- im Alter von 18 Monaten
Ihr Baby benötigt möglicherweise zusätzlich zur ersten Impfung eine Blutuntersuchung und eine Injektion mit Antikörpern (Hepatitis-B-Immunglobulin).
Ihr Baby wird außerdem bei der letzten Impfung einer Blutuntersuchung unterzogen. Diese findet im Alter zwischen 12 und 18 Monaten statt. Damit soll überprüft werden, ob eine Infektion vermieden werden konnte.
Syphilis
Wenn Sie Syphilis haben, ist eine Überweisung an ein spezialisiertes Team für sexuelle Gesundheit erforderlich. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einer Antibiotikatherapie. Diese Antibiotika sind für Ihr Baby unbedenklich, wenn Sie sie einnehmen. Das Team wird auch Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin anbieten, sich testen zu lassen, um festzustellen, ob er bzw. sie behandelt werden muss.
Wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft wegen Syphilis behandelt werden müssen, muss Ihr Baby nach der Geburt untersucht und Blutuntersuchungen unterzogen werden. Möglicherweise benötigt es auch Antibiotika. Ihr Baby muss im Alter von 3 Monaten einen Nachuntersuchungstermin wahrnehmen. Damit soll sichergestellt werden, dass es keine Anzeichen einer Infektion zeigt.
Erhalt der Ergebnisse
Wenn Ihr Ergebnis negativ ist, wird Ihre Hebamme dies mit Ihnen besprechen. Dies erfolgt bei oder vor Ihrem nächsten Schwangerschaftsvorsorgetermin in der 16. Woche. Es wird auch in Ihren Unterlagen vermerkt.
Wenn Sie positiv auf HIV, Hepatitis B oder Syphilis getestet wurden, wird sich eine spezialisierte Hebamme mit Ihnen in Verbindung setzen. Sie wird innerhalb von 5 Tagen nach Vorliegen des Ergebnisses einen Termin vereinbaren. Sie wird das Ergebnis mit Ihnen besprechen, weitere Tests durchführen und gemeinsam mit Ihnen Ihre Behandlung planen.
Weitere Informationen und Angaben zu Selbsthilfegruppen finden Sie auf NHS.UK.